Am 2. Tag trafen wir uns mit Anita und Ihrer Schwester Karina nachmittags im Wald, um die Waldszenen und den Pferderitt zu drehen.

Leider erfüllte der norddeutsche Herbst 2017 alle Klischees und es regnete zunächst kübelweise. Was tun? Wir schützten unser Kameraequipment so geht es ging und schlugen uns mit Anita und Karina ins tiefste Dickicht, um im Schutz der Bäume einigermaßen trocken die ersten Aufnahmen in den Kasten zu bekommen.

Der bedeckte Himmel und der dann tatsächlich irgendwann nachlassende Regen sorgten für ein unglaublich stimmungsvolles Licht, wir wurden quasi von einem natürlichen „Lichtdiffusor“ umgeben. Irgendwie gab es bei diesem Video viele Hindernisse, diese sorgten aber dafür, dass das Ergebnis um so stimmungsvoller wurde.

Abwurf Pferd

Einen Schreck gab es noch: Anita musste ohne Sattel die Reitszenen bewältigen. Das Pferd agierte vor der Kamera durchaus „professionell“ und ließ sich mit Futter bestechen. Doch irgendwann war es der Ansicht, jetzt sei auch einmal Feierabend, schmiss Anita ab (siehe Bild) und rannte allein im Galopp nach Hause. Dieser Sprint ist in der Todeszene im Videoclip zu sehen. Anita kam glimpflich mit einem kleinen Schrecken davon, wobei wir uns mehr erschreckt haben als sie :-). 

Colograding:

Nach dem Videodreh beginnt die eigentliche Arbeit. Die Filmsequenzen der Kameras mussten zunächst gesichtet und sortiert werden. An zwei Drehtagen kommt da trotz guter Planung einiges zusammen. 

Danach wurde ein Rohschnitt erstellt und die verschiedenen Kameras in einem ersten Colograding aufeinander abgestimmt, um einen gleichmäßigen Look zu erhalten. 

Es kamen beim Dreh verschiedene Kameras zum Einsatz, die teilweise in 4K und teilweise in Full HD Aufnahmen machten. Die Kameras wurden je nach Stärken der Modelle beim Dreh ausgewählt, eine Kamera kann extreme Zeitlupen aufnehmen, die andere eignet sich gut, um in der Nachbearbeitung sehr viel Spielraum für Farbanpassungen zu lassen. Aufgenommen wurde, wenn möglich, im RAW-Format, das ergab zwar riesige Datenmengen aber auch ein Höchstmaß an Gestaltungsspielraum. 

Bei den Farbanpassungen wurde darauf geachtet, dass die beiden Erzählebenen sich auch dort widerspiegeln und trotzdem ein Look entsteht, der sich durch den Clip zieht. 

Die Story des Clips ist ja eher düster und traurig, dieses sollte mit den Farben transportiert werden. Eher kühlere Farben ziehen sich durch den gesamten Clip, gerade bei den Klavierszenen wurde aber darauf geachtet, das Anitas Hautpartien etwas wärmere Töne erhielten. Wir keyten Ihre Bewegungen mit diversen Masken, um auch bei Bewegungen diesen leichten Kontrast von Ihr zu der Umgebung zu bewahren. Unterstützt wird der Fokus auf Anita durch eine dunklere Aussenvignettierung der Szenen. 

Die Außenszenen / Traumseqzuenzen erhielten im Gegensatz zu den bläulichen Klavierszenen einen unterstützenden grünlichen Touch, zudem wurden die Kontraste erhöht. Der Traumcharakter wurde durch leichte Randunschärfen und einem ganz leichten Glüheffekt unterstützt. 

Anita Grading small

 Wenn Ihr das Bild vergrößert, dann seht eine kleine Beispielszene, links ist das Originalmaterial, das rechte Bild die gegradete Fassung. Die Bearbeitungsschritte in den so genannten Nodes sind rechts daneben gestaffelt zu sehen.  

Hier das fertige Video:

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